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Allgemeines zur Gruppe:
An jedem Abend ist ein Moderator für den Ablauf des Treffens verantwortlich. Den Anfang macht das Blitzlicht, in dem die Teilnehmer, die das möchten, erzählen, wie es ihnen in der vergangenen Woche ergangen ist, wie es ihnen allgemein geht also und wie es mit dem Sprechen gelaufen ist, welch abenteuerliche Situationen sie als Stotternde erlebt haben, ob sie mit dem Stottern so entspannt umgegangen sind, als ob es ein Spaziergang um den Göttinger Kiessee gewesen sei oder ob sich ihnen Monster-Stotterereignisse in den Weg gestellt hatten, die man wie Eiger-Nordwand mit Ausdauer und Technik gemeistert hat oder vor denen man kapituliert hat. Um uns warm zu sprechen, lesen alle, die Lust dazu haben, eine Seite in einem Buch laut vor. Vorgelesen wird Literatur aller Art. "Das Parfüm" von Patrick Süskind und Robert Louis Stevens "Die Schatzinsel" hatten schon die Ehre, bei uns vorgelesen zu werden. Seit längerem lesen wir „Der dreizehnte Monat“ von David Mitchell. Robert Walser und Felix Timmermans waren mit ihren Büchern auch schon Gäste des Abends.
Danach beginnt das eigentliche thematische Programm des Abends. Unser Themenspektrum ist sehr vielfältig: Die jeweils kompetenten Mitglieder der Gruppe stellen in regelmäßigen Abständen die wichtigsten Therapien des Stotterns vor. Aus diesen Therapien üben wir an vielen Abenden Sprechtechniken, indem wir Sprechsituationen ausprobieren, die wir als Stotternde oft vermieden haben oder auch noch vermeiden: Wir erzählen, wir diskutieren, wir versuchen uns als Schauspieler, die improvisierte Szenen spielen, wir halten Vorträge, wir üben schwierige Sprechsituationen ein, die vor uns liegen wie z.B. Vorstellungsgespräche. Um Sprechangst zu verlieren, machen wir Übungen zur Desensibilisierung. Dabei tasten wir uns vor von für uns leichten Sprechsituationen zu mittelschweren und am Ende zu schweren. Der Kellner wird noch einmal an den Tisch bestellt, am Telefon wird sich nach freien Zimmern erkundigt, bei einer Veranstaltung, auf der auch Nichtstotternde anwesend sind, darf derjenige Moderator sein, der es möchte. Das Themenspektrum ist so breit, wie sich Moderatoren bereit erklären, ein Thema zu moderieren.
Wenn jemand das Bedürfnis hat, außerhalb des Blitzlichts etwas von sich zu erzählen, kann er das gerne tun. Sei es, dass jemand besonders schöne Erlebnisse erzählen möchte, seien es Probleme mit dem Sprechen, die er den anderen mitteilen möchte oder sei es, dass es ihm aus einem anderen Grund nicht gut geht und er die anderen daran teilhaben lassen möchte, weil er Zuspruch oder Rat braucht.
Alle Gruppenteilnehmer, die schon länger in der Gruppe sind, haben von den Abenden sehr profitiert, sie gehen souveräner mit ihrem Stottern um, oft sprechen sie auch besser, als es der Fall war, bevor sie an den Gruppenabenden teilgenommen haben. Das schließt nicht aus, dass es auch immer wieder Rückfälle oder schwierige Sprechphasen gibt. Aber auch diese lassen sich gemeinsam besser bewältigen, als man es alleine kann.
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